Sechs Meter hoch für mehr Ruhe: Neue Lärmschutzwände in Neu-Isenburg

Blick auf den Bahnhof Neu-Isenburg während der Bauarbeiten: In der Sperrpause errichtete das Projektteam zunächst Fundamente für neue Lärmschutzwände. 

Die Maschine setzt an, das Stahlrohr beginnt zu vibrieren – und verschwindet langsam im Boden. Zentimeter für Zentimeter arbeitet es sich in die Tiefe, vorangetrieben von schnellen Schwingungen. Sechs Meter tief reichen die Fundamente, die rund um den Bahnhof Neu-Isenburg entstanden sind. Sie tragen künftig Lärmschutzwände, die doppelt so hoch sind wie ihre Vorgänger. 

Die neue Anlage ersetzt die bisherige Lärmschutzwand im Bereich des Bahnhofs. Sie war rund drei Meter hoch – künftig sind es sechs Meter. Damit verdoppelt sich die Höhe und damit auch ihre Wirkung. Der Grund liegt in der Physik: Schall breitet sich weitgehend geradlinig aus. Eine höhere Wand unterbricht den direkten Weg zwischen Zug und Wohnbebauung deutlich wirksamer. Moderne Lärmschutzwände verstärken diesen Effekt zusätzlich. Ihre Oberfläche zur Gleisseite ist schallabsorbierend aufgebaut – sie nimmt einen Teil der Geräusche auf, statt sie zurückzuwerfen. 

Lange Stahlrohre (Foto oben) bilden die Auflager für den Torsionsbalken (Foto unten), der die Lärmschutzwand über die Personenunterführung trägt. 

Bevor die neuen Wände entstehen konnten, brauchte es stabile Fundamente. Dafür brachte das Bauteam sechs Meter lange Stahlrohre mit einem Vibrationsverfahren in den Boden ein. Eine Spezialmaschine versetzt die Rohre dabei in schnelle Schwingungen. Der Boden lockert sich kurzfristig – und das Rohr gleitet Stück für Stück in die Tiefe. Das Verfahren gilt als besonders präzise und verursacht deutlich weniger Lärm als viele andere Gründungsmethoden. 

Die Stahlrohre bilden die tragende Basis der Konstruktion. An ihnen werden die Pfosten befestigt, zwischen denen die eigentlichen Lärmschutzelemente stehen. Sie müssen Kräfte aufnehmen, die etwa durch Wind oder durch die Druckwellen vorbeifahrender Züge entstehen. 

Eine besondere Herausforderung lag im Bereich der Personenunterführung am Bahnhof. Auch hier sollte die Lärmschutzwand ohne Unterbrechung weitergeführt werden. Dafür errichtete das Bauteam einen Torsionsbalken, der die Unterführung überspannt und die Lärmschutzwand darüber trägt. Zwei acht Meter lange Stahlrohre im Boden bilden die Auflager für diesen Träger. 

Die neuen Lärmschutzwände am Bahnhof Neu-Isenburg sind mit sechs Metern Höhe doppelt so hoch wie die bisherige Anlage.

Gebündelte Arbeiten in der Sperrpause 

Ein Großteil der Arbeiten fiel in eine Sperrpause der Deutschen Bahn vom 24. Februar bis 6. März. In dieser Zeit erneuerte das Projektteam die Lärmschutzwand oberhalb der Personenunterführung und stellte gleichzeitig die Fundamente für eine weitere Wand her. Die verkehrsfreie Phase ermöglichte es, mehrere Arbeitsschritte gebündelt umzusetzen. 

Mit den neuen Lärmschutzwänden verbessert sich der Schutz für Anwohnende rund um den Bahnhof Neu-Isenburg deutlich. Die größere Höhe und die moderne Bauweise sorgen dafür, dass der Bahnlärm künftig wirksamer abgeschirmt wird. 

(Bilder: RTW/Gerauer)

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