Wenn 400 Tonnen Beton in die Höhe wachsen
Rohbau steht: Am Kreuzungsbauwerk wurde ein wichtiger Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen.
Im Hochbau spricht man vom Richtfest – im Tunnelbau vom Deckenfest. Anfang Juni war ein solcher Moment in Neu-Isenburg erreicht: Die letzte Tunneldecke des Kreuzungsbauwerks musste an ihren Platz. Ein einzelnes Bauteil – und zugleich der Abschluss von mehr als drei Jahren intensiver Arbeit im Untergrund.
Die letzte Decke sitzt: Zentimeterarbeit beim Kreuzungsbauwerk Neu-Isenburg
Die Decke mit der Nummer 26 ist kein gewöhnliches Bauteil, sondern das schwerste Element des gesamten Bauwerks. Satte 400 Tonnen bringt der Koloss auf die Waage. Anstatt ein solches Gewicht mühsam von oben einzubauen, ging das Team um Oberpolier Markus Wendrock einen anderen Weg.
Die Mannschaft stellte die Stahlbetondecke zuerst in der Tiefe her. Der eigentliche Kraftakt folgte danach: Mithilfe von sechs hydraulischen Pressen wurde das tonnenschwere Bauteil in einem einzigen, kontinuierlichen Durchgang um gut 2 bis 3 Meter angehoben. Was in der Theorie nach einer einfachen Idee klingt, erfordert in der Praxis Genauigkeit und Zusammenspiel aller Beteiligten. Drei Jahre lang haben der Bereich Mitte, der Tunnelbau und das Technische Büro gemeinsam an diesem Moment gefeilt – nun ist das Kapitel erfolgreich abgeschlossen.
Das große Bild: Ein Tunnel unter den Gleisen
Das Kreuzungsbauwerk in Neu-Isenburg ist ein Schlüsselbauwerk für die zukünftige Regionaltangente West. Hier entsteht ein rund 353 Meter langer, eingleisiger Eisenbahntunnel, der die bestehenden, viel befahrenen Gleisanlagen unterquert. Damit sorgt das Bauwerk dafür, dass sich die Züge der neuen Verbindung später kreuzungsfrei und sicher rollen können.
Mit dem erfolgreichen Anheben der letzten Decke ist die Tunnelröhre nun ein wichtiges Stück näher an ihrer Fertigstellung. Ein Meilenstein, der ohne den unermüdlichen Einsatz der Menschen auf der Baustelle nicht möglich gewesen wäre. Die RTW sagt danke an das gesamte Team für diese großartige Arbeit!