RTW siedelt Bienen-Ragwurz um – Seltene Orchideenart im Baufeld der Regionaltangente West dauerhaft geschützt
Heimlichtuerin des Jahres 2025 erhält neues Zuhause
Der Bau der Regionaltangente West (RTW) geht Hand in Hand mit dem Erhalt schützenswerter Pflanzenarten. Bei umweltfachlichen Erkundungen wurden im Baufeld des Schwanheimer Knotens mehrere Exemplare der besonders geschützten Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) entdeckt – eine seltene heimische Orchideenart, die vom Umweltverband BUND e.V. zur „Heimlichtuerin des Jahres 2025“ gekürt wurde. Um ihren Erhalt dauerhaft zu sichern, wurden in der KW 12 über 30 Orchideen an mit der Oberen Naturschutzbehörde ausgewählten Standort innerhalb einer RTW-Kompensationsmaßnahme eingepflanzt.
Ein Beispiel für verantwortungsvollen Artenschutz
„Die RTW steht für nachhaltige Mobilität – und dazu gehört auch der Schutz der Umwelt“, erklärt Horst Amann, Geschäftsführer der RTW Planungsgesellschaft mbH. „Die Umsiedlung der Bienen-Ragwurz zeigt, wie wir Naturschutz verantwortungsvoll in unsere Aktivitäten einbinden.“
Die Umsiedlung erfolgt unter strengen naturschutzfachlichen Vorgaben und wird durch einen Botaniker begleitet. Die empfindlichen Pflanzen werden behutsam von Hand ausgegraben und an ihrem neuen Standort eingesetzt. Dabei wird darauf geachtet, dass Bodenbeschaffenheit und Lichtverhältnisse den spezifischen Anforderungen der Pflanze entsprechen, um den attraktiven Orchideen optimale Anwachsbedingungen zu bieten.
Die Bienen-Ragwurz – eine Meisterin der Täuschung
Die Bienen-Ragwurz ist nicht nur eine botanische Rarität, sondern auch eine Art mit einer außergewöhnlichen Fortpflanzungsstrategie: Ihre Blüten ahmen in Form, Farbe und Duft das Aussehen von weiblichen Wildbienen nach. Männliche Bienen lassen sich täuschen, versuchen sich zu paaren und bestäuben dabei die Pflanze. Und wenn keine Bestäuber zur Verfügung stehen, bestäubt die Orchidee sich selbst – ein cleverer Plan B für ihr Überleben.
Die wärmeliebende Pflanze gilt derzeit zwar als ungefährdet, jedoch ist ihr Bestand von Lebensraumverlust und Nährstoffeinträgen bedroht. Besonders die Düngung in der Landwirtschaft und das Mähen zur falschen Zeit setzen ihr zu. Die Umsiedlung durch die RTW zeigt, dass Infrastrukturprojekte und Naturschutz sich nicht ausschließen müssen.
Nachhaltigkeit als Planungsgrundsatz
Die Umsiedlung der Bienen-Ragwurz ist nur eine von vielen ökologischen Maßnahmen, die im Zuge des RTW-Projekts umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Aufforstungen, die Renaturierung von Flächen und gezielte Schutzprogramme für Flora und Fauna entlang der Strecke.
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